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Knochenbrühe für Hunde ist eine gute Idee – aber fast keine Brühe aus dem Supermarkt ist dafür geeignet. Der Grund steht in der Zutatenliste: Zwiebeln und Lauch sind für Hunde giftig, und sie stecken in nahezu jedem Fertigprodukt. Dieser Artikel erklärt, worauf du achten musst, wie viel sinnvoll ist und wie du Brühe selbst für deinen Hund kochst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwiebeln, Lauch und Knoblauch sind für Hunde giftig – auch gekocht und getrocknet
  • Viele Knochenbrühen im Handel enthalten mindestens eine dieser Zutaten – nach unserer Marktbeobachtung (Stand September 2026)
  • Geeignet ist nur Brühe ohne Zwiebeln, ohne Lauch, ohne Knoblauch und ohne Salzzusatz
  • Lies die Zutatenliste, bevor du fütterst – jedes Mal
  • Gekochte Knochen gehören nicht ins Futter – Knochen sind der häufigste Fremdkörper in Speiseröhre und Magen
  • Katzen sind empfindlicher als Hunde und brauchen kleinere Mengen

Darf mein Hund Knochenbrühe trinken?

Ja – wenn sie richtig zusammengesetzt ist. Reine Knochenbrühe aus Wasser und Knochen ist für Hunde unproblematisch. Das Risiko liegt nicht in der Brühe selbst, sondern in dem, was üblicherweise mit hineingekocht wird.

Drei Dinge müssen fehlen: Zwiebeln und andere Lauchgewächse, Knoblauch und Salzzusatz. Fehlt eines davon nicht, ist das Produkt für deinen Hund nicht geeignet – egal wie hochwertig es sonst ist.

Warum sind Zwiebeln und Lauch für Hunde giftig?

Zwiebeln, Lauch, Schnittlauch und Knoblauch gehören zur Gattung Allium. Sie enthalten Thiosulfate und Schwefelverbindungen wie N-Propyldisulfid, die die roten Blutkörperchen des Hundes schädigen. Die Folge kann eine hämolytische Anämie sein – eine Blutarmut, bei der der Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt ist.[1]

Zwei Punkte machen das für Brühe besonders relevant:

Kochen und Trocknen zerstören die giftigen Stoffe nicht. Zwiebelgewächse sind frisch, gekocht, frittiert, getrocknet, flüssig und pulverisiert gleichermaßen giftig.[2] Eine 18 Stunden lang gekochte Brühe mit Zwiebeln ist also nicht harmloser als eine rohe Zwiebel – im Gegenteil, gelöste Bestandteile sind in der Flüssigkeit.

Die Symptome kommen verzögert. Erbrechen und Durchfall zeigen sich meist innerhalb des ersten Tages. Die Folgen der Blutarmut treten verzögert auf: Heinz-Körper in den roten Blutkörperchen erreichen ihr Maximum nach etwa 72 Stunden, die Hämolyse zeigt sich typischerweise drei bis fünf Tage nach der Aufnahme.[2][1] Wer nach der Fütterung nichts bemerkt, kann daraus also nicht schließen, dass alles in Ordnung ist.

Zur Menge: Die Giftigkeit ist dosisabhängig, und die in der Literatur genannten Schwellenwerte gehen weit auseinander. Es gibt keine klare Linie zwischen einer sicheren und einer giftigen Menge.[3] Bestimmte Rassen reagieren empfindlicher, darunter japanische Rassen wie Shiba Inu und Akita.[4] Genau deshalb lautet die praktische Empfehlung nicht „wenig ist okay", sondern: gar nicht.

Wenn dein Hund versehentlich zwiebelhaltige Brühe bekommen hat, ruf die Tierarztpraxis an und warte nicht auf Symptome. Löse kein Erbrechen ohne tierärztliche Anweisung aus.[4]

Warum die meisten Brühen im Handel ungeeignet sind

Wirf einen Blick auf eine typische Zutatenliste. Die Bio-Knochenbrühe von Löwenzahn Organics, die bei dm im Babyregal steht, enthält laut Deklaration: Wasser, Rinderknochen (32 %), Zwiebeln, Karotten, Lauch, Liebstöckel, Lorbeer.[5]

Für ein Baby ist das ein sinnvolles Rezept. Für einen Hund enthält es zwei problematische Zutaten – Zwiebeln und Lauch.

Dasselbe gilt für die meisten Trinkbrühen im Glas: Karotten, Zwiebeln und Sellerie sind Standard, weil sie den Geschmack machen. Und Brühwürfel oder Instantbrühe scheiden ohnehin aus – sie bestehen im Wesentlichen aus Salz, Hefeextrakt und Aroma.

Die Regel ist einfach und kostet zehn Sekunden: Zutatenliste lesen, bevor du fütterst. Auch bei Produkten, die du schon länger kaufst – Rezepturen ändern sich.

Was ist mit Salz?

Der Salzbedarf eines Hundes ist über sein normales Futter gedeckt. Zusätzliches Salz aus Brühe ist unnötig. Besonders relevant ist das bei Hunden mit Herzerkrankung: Die ACVIM-Leitlinie empfiehlt, die Natriumzufuhr aus allen Quellen – einschließlich Leckerlis und Tischresten – maßvoll zu begrenzen.[6] Bei Nierenerkrankung ist die Datenlage anders, als oft angenommen: Die internationale IRIS-Leitlinie hält fest, dass es beim Hund keine Belege dafür gibt, dass eine Natriumsenkung den Blutdruck senkt. Sprich das im Zweifel mit deiner Tierärztin ab.

Achte auf die Angabe „ohne Salzzusatz". Fehlt sie, steht Salz meist in der Zutatenliste – bei Konzentraten oft an dritter Stelle. Für dich schmeckt eine ungesalzene Brühe fad. Deinem Hund ist das egal.

Wie viel Knochenbrühe für welchen Hund?

Es gibt keine offizielle Fütterungsempfehlung, weil Knochenbrühe kein Alleinfuttermittel ist, sondern eine Ergänzung. Die folgende Tabelle ist eine praktische Orientierung, keine tierärztliche Empfehlung – frag im Zweifel deine Tierarztpraxis.

Gewicht des Hundes Menge pro Tag
bis 10 kg 30–50 ml
10–25 kg 50–100 ml
25–40 kg 100–150 ml
über 40 kg 150–200 ml

Fang mit einem Drittel der Menge an und steigere über eine Woche. Wie bei jeder Futterumstellung kann eine plötzliche Menge zu weichem Kot führen. Serviere lauwarm, nicht heiß.

Knochenbrühe für Hunde selber kochen

Das Rezept ist einfacher als das für Menschen, weil fast alles wegfällt.

Nimm 1 bis 2 kg Rinderknochen – Markknochen, Gelenkknochen, Beinscheiben. Mit kaltem Wasser bedecken, einen Esslöffel Apfelessig zugeben, aufkochen, Schaum abschöpfen. Dann 12 bis 24 Stunden auf kleinster Flamme ziehen lassen.

Kein Salz. Keine Zwiebeln. Kein Lauch. Kein Knoblauch. Karotten und Petersilie sind unbedenklich, wenn du etwas Gemüse möchtest.

Abseihen, abkühlen lassen, die feste Fettschicht abnehmen – zu viel Fett kann bei empfindlichen Hunden auf die Bauchspeicheldrüse gehen.

Wichtig: Die ausgekochten Knochen gehören in den Müll, nicht in den Napf. Gekochte Knochen werden spröde und können splittern. Die Splitter können den Verdauungstrakt verletzen. Das gilt für alle gekochten Knochen, unabhängig von Größe und Tierart.

Kann ich Knochenbrühe für Hunde einfrieren?

Ja, und es ist die praktischste Aufbewahrung. Füll sie in Eiswürfelformen, friere sie ein und füll die Würfel danach in einen Beutel um. So hast du Tagesportionen griffbereit.

Im Sommer sind die gefrorenen Würfel außerdem eine willkommene Abkühlung – die meisten Hunde nehmen sie gerne direkt.

Ist Knochenbrühe auch für Katzen geeignet?

Ja, unter denselben Bedingungen – aber mit mehr Vorsicht. Katzen reagieren empfindlicher auf Zwiebelgewächse als Hunde.[4] Die Zutatenliste muss also mit derselben Sorgfalt geprüft werden.

Bei der Menge gilt: deutlich weniger. Ein bis zwei Esslöffel über das Futter sind für die meisten Katzen ausreichend. Viele Katzen trinken ohnehin zu wenig – eine ungesalzene Brühe über dem Nassfutter ist ein einfacher Weg, die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen.

Wann du keine Knochenbrühe füttern solltest

Sprich vorher mit deiner Tierarztpraxis, wenn dein Hund eine Nierenerkrankung hat, an einer Pankreatitis leidet oder litt, unter einer Futtermittelallergie steht oder ein Welpe ist. Auch bei Hunden auf einer verordneten Diät gehört jede Ergänzung abgesprochen.

Und ganz grundsätzlich: Knochenbrühe ist eine Ergänzung zum Futter, kein Ersatz. Sie deckt keinen Nährstoffbedarf ab und ist kein Alleinfuttermittel.

Häufige Fragen

Wie oft kann ich Knochenbrühe füttern?

Täglich ist üblich, wenn die Menge zum Gewicht passt und die Brühe gut vertragen wird. Es spricht auch nichts dagegen, sie nur an einzelnen Tagen zu geben.

Kann ich Knochenbrühe-Pulver für Hunde verwenden?

Wenn es nichts außer Knochenbrühe enthält, ja. Prüf die Zutatenliste auf Salz, Hefeextrakt, Aroma und Gemüsepulver – gerade bei Pulvern sind Zwiebel- und Lauchpulver häufig, und getrocknet sind sie besonders konzentriert.[1]

Hilft Knochenbrühe bei Gelenkproblemen meines Hundes?

Dazu machen wir keine Aussage. Wirkungsbezogene Angaben zu Knochenbrühe sind nicht belastbar belegt, und bei Gelenkbeschwerden gehört ein Hund ohnehin in tierärztliche Behandlung statt an ein Hausmittel.

Mein Hund mag die Brühe nicht – was tun?

Über das Trockenfutter gießen statt separat anbieten. Viele Hunde nehmen sie so an, weil das Futter dadurch intensiver riecht. Lauwarm funktioniert besser als kalt.

Was ist mit Hühnerknochenbrühe?

Als Brühe unproblematisch, dieselben Regeln zu Zwiebeln und Salz gelten. Die gekochten Hühnerknochen selbst sind besonders gefährlich, weil sie beim Splittern scharfe Kanten bilden. Sie gehören nie in den Napf.

Unser Knochenbrühe-Pulver

Unser Knochenbrühe Pulver ist getrocknete Rinderknochenbrühe aus schwedischen Weiderindern – ohne Zusatzstoffe, ohne Bindemittel, ohne Zucker. Es ist als Lebensmittel für Menschen hergestellt und nicht als Futtermittel deklariert. Viele unserer Kundinnen und Kunden verwenden es trotzdem für ihre Hunde, weil die Zutatenliste kurz ist.

Was das für dich bedeutet: Lies die Zutatenliste auf der Packung und entscheide selbst, ob sie deinen Anforderungen entspricht. Bei Fragen zur Fütterung ist deine Tierarztpraxis die richtige Adresse, nicht wir.

Knochenbrühe Pulver 200g von Animal Based

Aus unserem Sortiment

Knochenbrühe Pulver 200 g

Getrocknete Rinderknochenbrühe vom schwedischen Weiderind. Eine Zutat, ohne Bindemittel, ohne Zucker, ohne Aroma. Als Lebensmittel hergestellt, nicht als Futtermittel deklariert.

Zum Produkt

Jede Charge wird in einem akkreditierten deutschen Labor auf Mikrobiologie und Schwermetalle geprüft – die Prüfberichte sind öffentlich einsehbar.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen zu deinem Tier wende dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Hinweis zu gesundheitsbezogenen Aussagen
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die einzigen in der EU zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben sind im EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben geführt. Aussagen zu möglichen Wirkungen, die dort nicht gelistet sind, geben den Stand der Forschung wieder und sind keine zugelassenen Health Claims.

Quellen

  1. Salgado, B. S.; Monteiro, L. N.; Rocha, N. S. (2011): Allium species poisoning in dogs and cats. Journal of Venomous Animals and Toxins including Tropical Diseases 17(1), 4–11. doi.org/10.1590/S1678-91992011000100002
  2. Hayes, C. (2024): Garlic and Onion (Allium spp) Toxicosis in Animals. MSD/Merck Veterinary Manual, Stand September 2024. merckvetmanual.com
  3. Kovalkovičová, N.; Šutiaková, I.; Pistl, J.; Šutiak, V. (2009): Some food toxic for pets. Interdisciplinary Toxicology 2(3), 169–176. doi.org/10.2478/v10102-009-0012-4 (PMID 21217849)
  4. Yamoto, O.; Maede, Y. (1992): Susceptibility to onion-induced hemolysis in dogs with hereditary high erythrocyte reduced glutathione and potassium concentrations. American Journal of Veterinary Research 53(1), 134–137. PMID 1539905
  5. Defarges, A. (2024): Esophageal Foreign Bodies in Small Animals. MSD/Merck Veterinary Manual, Stand September 2024. merckvetmanual.com
  6. Keene, B. W. et al. (2019): ACVIM consensus guidelines for the diagnosis and treatment of myxomatous mitral valve disease in dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine 33(3), 1127–1140. doi.org/10.1111/jvim.15488

Weiterführende Rechtsgrundlagen und Literatur

  • Barash, N. R.; Lashnits, E.; Kern, Z. T.; Tolbert, M. K.; Lunn, K. F. (2022): Outcomes of esophageal and gastric bone foreign bodies in dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine 36(2), 500–507. doi.org/10.1111/jvim.16383 (PMID 35156732)
  • FEDIAF – European Pet Food Industry Federation (2025): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, September 2025. europeanpetfood.org
  • Europäisches Parlament und Rat (2009): Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Art. 3 Abs. 2 Buchst. i und j. eur-lex.europa.eu
  • Löwenzahn Organics: Bio Bone Broth für Babys – Bio-Rind, Herstellerdeklaration. loewenzahnorganics.com (abgerufen am 17.09.2026)
  • Cridge, H.; Lim, S. Y.; Algül, H.; Steiner, J. M. (2022): New insights into the etiology, risk factors, and pathogenesis of pancreatitis in dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine 36(3), 847–864. doi.org/10.1111/jvim.16437 (PMID 35546513)

Quellen zuletzt geprüft am .